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Kongressberichte
Bei den wichtigsten der für Dermatologen relevanten Kongresse ist hautnah dermatologie für Sie vor Ort. Wir geben Ihnen einen Überblick der Veranstaltungen und fassen die Highlights kurz und zeitnah zusammen.
In der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie kommen überraschend
oft dermatologische Fragestellungen vor. Echte maligne Hauttumoren
sind bei Kindern jedoch selten, therapiebedingte Hautveränderungen
dagegen häufig.
29. Kongress der Deutschen Krebsgesellschaft:
Möglichkeiten der Melanom-Therapie
Die Hautkrebsbehandlung bewegt sich in kleinen Schritten vorwärts. Den Standardverfahren stehen
bislang noch wenig Neuerungen gegenüber. Wichtig bleiben das korrekte Staging – auch mittels
Lymphknotenbiopsie – und die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode. Neben operativen
Eingriffen gehört dazu auch die adjuvante Chemotherapie. Zielgerichtete Therapien sind erst in
der Erprobungsphase und sollten bei Patienten noch keine Hoffnungen wecken.
Vierte Fortbildungsveranstaltung des NipD:
Interdisziplinärer Austausch zum Thema Kinderdermatologie
Am 28. November 2009 fand in München
zum vierten Mal die Fortbildungsveranstaltung
„Pädiatrische
Dermatologie kompakt“ statt, initiiert
vom Netzwerk interdisziplinäre
pädiatrische Dermatologie (NipD
e. V.). Die Veranstaltung hat zum Ziel,
die Zusammenarbeit von Dermatologen
und Pädiatern zu fördern. Entsprechend
standen typische Hauterkrankungen
im Kindesalter im Fokus.
29. Kongress der Deutschen Krebsgesellschaft:
Onkologie aus dem Blickwinkel des Dermatologen
Ende letzten Jahres wurde die neue
Melanom-
Klassifizierung des American
Joint Committee on Cancer (AJCC)
publiziert.
Nicht alle Experten sind
einverstanden
mit dieser Änderung.
Neuer Score misst Nutzen der Juckreiztherapie:
Unterschätzt und unterversorgt
Pruritus ist nicht nur ein weit verbreitetes, sondern vielfach auch
ein unterschätztes Leiden – nicht zuletzt, weil es sich um ein recht
subjektives Symptom handelt. Der neue „Patient Benefit Index-
Pruritus“ soll helfen, den Erfolg der Juckreiz-Therapie aus Sicht des
Patienten zu objektivieren.
Lymphödem und chronische Wunden:
Hohe Koinzidenz und heterogene Versorgung
Lymphödeme und chronische Wunden beeinflussen sich
wechselseitig und betreffen in ihrer hohen Koinzidenz verschiedene
medizinische Fachgesellschaften von den Gefäßchirurgen und
Diabetologen, über die Strahlentherapeuten und Onkologen bis zu
den Dermatologen. Die Zusammenarbeit soll noch besser werden.
Risiko-Check für Eltern:
Allergie-Prävention verbessern
Früherkennung und Prävention standen im Mittelpunkt des 4. Gemeinsamen Deutschen Allergiekongresses
in Berlin. Bei ihren Bemühungen, beides zu verbessern, erhielten die Veranstalter Unterstützung
vom Bundesverbraucherministerium (BMELV), das anlässlich des Kongresses einen Allergie-Risiko-
Check für werdende und junge Eltern vorstellte.
Kutane Lymphome:
Neue Klassifikation – neue Therapiemöglichkeiten
Die aktuelle Klassifikation der
Lympho me von 2008 ist nicht nur eine
Frage der diagnostischen Virtuosität,
sondern bestimmt vor allem
maßgeblich die Prognose und die
Behandlung der Erkrankungen.
Maßnahmen bei Urtikaria:
Triggerfaktoren identifizieren, meiden, behandeln
Die beste Therapie der Urtikaria besteht darin, ihre Triggerfaktoren
zu meiden. Empfehlungen zur Diagnostik auslösender Faktoren
und zur pharmakologischen Therapie in akuten wie chronischen
Fällen geben die aktuellen Leitlinien, die seit dem Update 2009
global sind.
Photoallergische und phototoxische Arzneimittelreaktionen:
Überraschung an der belichteten Haut
Gar nicht selten wirken Medikamente und Licht in der Haut auf unerwünschte Weise zusammen.
Phototoxische und photoallergische Reaktionen sind die Folge. Die Diagnose ist insbesondere bei
Polypharmazie nicht immer einfach.
Psoriasis-Therapie:
Sind unsere Patienten gut versorgt?
Patienten mit Psoriasis sind mit ihrer Versorgung zufrieden – wenn
sie in der richtigen Kasse sind, in bestimmten Regionen wohnen
und leitliniengerecht behandelt werden. Diese und weitere
Ergebnisse kleinerer Studien wurden während der DDG-Tagung in
Dresden vorgestellt.
Dermato-Onkologie:
Biomarker für individualisierte Therapie gesucht
Das Fachgebiet der Dermato-Onkologie
ist in Bewegung – viele neue Erkenntnisse
wurden auf der DDG-Tagung in Dresden
diskutiert. Wir berichten über die wichtigsten
Aspekte.
14. Biedersteiner Symposium: Dermatologie im Kindesalter
Mittlerweile ist es Tradition geworden: Zum 14. Mal fand in der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München das „Biedersteiner Symposium“ statt. Die Referenten stellten einen bunten Strauß an Themen aus der Kinderdermatologie zusammen und spannten in ihren Beiträgen erfolgreich den Bogen zwischen aktuellen Forschungsergebnissen und praxisrelevanten Fragen des Alltags.
Wir haben uns für Sie auf der Tagung der Dermatologen in Dresden umgesehen und umgehört – eine Auswahl der spannensten Themen können Sie in
dieser und der nächsten Ausgabe von hautnah dermatologie lesen.
Empfehlungen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zur Therapie des chronischen Handekzems:
Frühzeitig behandeln, chronische Verläufe vermeiden
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hat erstmals eine Leitlinie für die Therapie des
chronischen Handekzems (CHE) veröffentlicht. Die Behandlung zielt im Wesentlichen auf die
Wiederherstellung der Barrierefunktion der Haut mit Hautschutzsalben und entzündungshemmenden
Maßnahmen. Große Hoffnung setzen die Experten auf ein neues Retinoid, das seit November 2008 bei schwerem, steroid refraktärem CHE zugelassen ist.
Dritte Fortbildungsveranstaltung des NipD:
Pädiatrische Dermatologie kompakt
Auch die dritte Fortbildungsveranstaltung
des „Netzwerk interdisziplinäre pädiatrische
Dermatologie“ verdeutlicht mit ihrer bunten thematischen Auswahl das Anliegen der Organisatoren: die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.
Etwa jeder vierte Patient, der sich in der dermatologischen Praxis mit Symptomen einer Urtikaria vorstellt, leidet unter einer chronischen Verlaufsform. Wer mit Urtikaria leben muss, ist in seiner Lebensqualität etwa im selben Ausmaß beeinträchtigt wie Patienten mit respiratorischen Allergien, erklärte Prof. Alexander Kapp, Hannover. Aufgrund der Vielfalt an möglichen Triggerfaktoren und der heterogenen Ätiologie ist für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept erforderlich, so Kapp.
Die Haut als Spiegelbild allergischer Arzneimittelreaktionen:
Vom Therapeutikum zur Noxe
Reagiert ein Patient allergisch auf ein bestimmtes Arzneimittel, dann äußert sich diese Unverträglichkeit am häufigsten in charakteristischen Hautmanifestationen. Diese sind in der überwiegenden Mehrzahl für den Betroffenen zwar unangenehm, aber meist temporärer Natur und in der Regel gut kontrollierbar. In knapp 2% der Fälle kommt es jedoch zu schweren, lebensbedrohlichen Arzneimittelreaktionen, die möglichst früh erkannt und adäquat behandelt werden müssen, betonte Prof. Lars E. French, Zürich.
Was bei proktologischen Erkrankungen tatsächlich hilft:
Bewährtes und Obsoletes
Gegen einige verbreitete Enddarm-Erkrankungen hat sich eine große Palette an Interventionen und Medikamenten etabliert. Die Liste an Externa für die Analfissur z. B., die es auf dem Markt gibt, ist praktisch nicht mehr überschaubar. Prof. Volker Wienert, Aachen, ausgewiesener Proktologie-Experte, schied kritisch Brauchbares von problematischen bzw. überholten Maßnahmen und reduzierte den Katalog der Therapieoptionen auf das Wesentliche.
Die Chance auf Früherkennung wahrnehmen:
Kutane Signale aus dem Darm
Die Beziehungen zwischen Haut und Darm sind vielfältig. Daraus resultierende Hautveränderungen sollten ernst genommen werden: Oft sind es paraneoplastische Dermatosen
Streptokokken-Infektionen der Haut:
Vom Erysipel bis Phlegmone und Fasziitis
Streptokokken kommen ubiquitär vor. Neben Tonsillitiden und Scharlach sind sie für verschiedene oberflächliche – hauptsächlich nicht follikuläre – sowie tiefe, schwere Haut- und Weichteilinfektionen verantwortlich. Oft ist das richtige Erkennen des klinischen Bildes entscheidend für die schnelle Einleitung der nötigen Maßnahmen. Insbesondere bei der nekrotisierenden Fasziitis muss unverzügliches gehandelt werden.
21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie:
Highlights aus München (Teil 1)
Der neue Ausrichtungsort der 21. Fortbildungswoche der Dermatologen scheint die Veranstaltung noch attraktiver zu machen: In einem Kongress der Superlative tummelten sich über 2.500 Hautärzte im Münchner „Gasteig“. Bei dem Angebot an hochwertigen Fortbildungsveranstaltungen blieb uns die Qual der Wahl – wir hoffen, dass Sie mit unserer Auslese praxisrelevanter Veranstaltungen einverstanden sind. In der kommenden Ausgabe von hautnah dermatologie folgt Teil 2.
Souvenir aus europäischen Urlaubsregionen :
Leishmaniasis – Tropenkrankheit mit vielen Facetten
Der Klimawandel macht es möglich: Nicht nur Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan, auch Reisende aus europäischen Urlaubsländern bringen zunehmend hartnäckige Souvenirs in Form von Leishmanien mit nach Hause.
Moderne Methoden bei Varikosen:
Gute Alternative zum Stripping
Die endovenöse Obliteration stellt bei Stammvarikosen eine gute Alternative zum klassischen Stripping dar. Welche Methode sollte bei welchem Patienten angewendet werden?
Spezifische Schwangerschaftsdermatosen:
Neue Ordnung für den Juckreiz
Spezifisch in der Schwangerschaft auftretende Dermatosen haben meist eins gemeinsam: einen heftigen Juckreiz. Hier enden dann bereits oft die Parallelen, auch in Bezug auf die Prognose für das Kind bzw. den weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Eine sichere Diagnose tut daher Not.